Woran du die Steuerpflicht eines Gewinns erkennst
Massgeblich sind der Nettogewinn pro Wettfall und die Herkunft des Buchmachers; auch einbehaltene Wettsteuer und mögliche Abzüge spielen eine Rolle.

Ab wann ein einzelner Wettgewinn steuerpflichtig wird
Für Sportwetten gilt eine Schwelle pro Gewinnfall: Steuerpflichtig wird ein Gewinn, wenn sein Nettobetrag CHF 1000 übersteigt. Mehrere Gewinne werden nicht zusammengerechnet, um diese Grenze zu erreichen. Bleibt jeder einzelne Gewinn darunter, macht ihre Summe im Verlauf des Jahres die einzelnen Beträge nicht nachträglich steuerpflichtig.
Für die Prüfung zählt der Nettogewinn, nicht die gesamte Auszahlung. Vom ausgezahlten Betrag wird der Einsatz abgezogen, der zu genau diesem Gewinn gehört. Erst der verbleibende Betrag zeigt, ob die Schwelle überschritten ist. Eine Auszahlung kann daher höher liegen als der steuerlich massgebliche Gewinn, wenn darin auch der ursprüngliche Einsatz enthalten ist.
Diese Berechnung lässt sich in drei Schritte zerlegen: Zuerst wird ein einzelner Gewinnfall abgegrenzt. Dann wird für diesen Fall die Auszahlung um den ursprünglichen Einsatz vermindert. Anschliessend wird der Nettogewinn mit der Schwelle verglichen. Die Jahresbilanz aus allen Wetten ersetzt diese Prüfung nicht. Auch ein insgesamt hoher Saldo führt nicht dazu, dass mehrere getrennte, jeweils kleinere Gewinne zu einem einzigen Gewinnfall werden.
Umgekehrt verändert ein Verlust aus einer anderen Wette nicht den Nettogewinn eines bereits abgeschlossenen Gewinnfalls. Für die Schwelle wird nicht der gesamte Verlauf der Wettaktivität betrachtet, sondern der einzelne Gewinn und der dazugehörige Einsatz. Das verhindert, dass Gewinne und Verluste aus verschiedenen Fällen zu einer selbst berechneten Jahressumme vermischt werden. Welche Abzüge bei steuerpflichtigen Gewinnen unter weiteren Regeln möglich sind, ist eine separate Frage.
Die Schwelle gilt seit Anfang 2013. Davor lag der Freibetrag bei CHF 50. Die heutige Regel beurteilt also nicht, wie viele Wetten du abgegeben hast oder wie hoch die Summe deiner Auszahlungen im Jahr ist. Massgeblich ist, ob ein einzelner Nettogewinn die Grenze übersteigt. Die historischen Beträge erklären, weshalb ältere Angaben zur Besteuerung von Sportwetten von der derzeit geltenden Schwelle abweichen können.
Die Sportart ändert die Berechnung nicht: Auch hier werden Auszahlung und zugehöriger Einsatz betrachtet und die Schwelle auf den Nettogewinn des einzelnen Falls angewendet. Ein unterhalb der Grenze liegender Gewinn bleibt für diese Prüfung steuerfrei; mehrere solche Gewinne werden nicht zu einem steuerpflichtigen Betrag addiert.
Der Ausdruck «Wettsteuer» kann den Eindruck erwecken, jede Wette werde mit einem festen Abzug belegt. Für die hier beschriebene Grundregel geht es stattdessen um die Einkommenssteuer auf den einzelnen Gewinnfall und darum, ob dessen Nettogewinn den Freibetrag übersteigt. Die Schwelle beantwortet damit eine eng umrissene Frage: ob dieser Gewinn steuerpflichtig ist. Sie sagt für sich genommen nichts darüber aus, wie ein steuerpflichtiger Betrag später behandelt oder angegeben wird.
Für deine eigene Rechnung solltest du deshalb nicht bloss den Kontostand oder die Summe der Auszahlungen heranziehen. Ordne jede Auszahlung dem dazugehörigen Wettfall zu und ziehe den ursprünglichen Einsatz ab. So erhältst du den Nettogewinn, der für den Vergleich mit CHF 1000 zählt. Eine Sammlung kleinerer Gewinnfälle bleibt getrennt, auch wenn sie zusammen im Laufe des Jahres einen beträchtlichen Betrag ergeben.
Sportwettenanbieter im Steuervergleich 2026
Für die steuerliche Einordnung zählen vor allem die Art des Anbieters und die Frage, ob sich ein Gewinn einem lokalen oder ausländischen Buchmacher zuordnen lässt. Für den Vergleich der Angebote sind ausserdem Auszahlungsdauer, Einzahlungshöhe und Zahlungsmethoden nützlich: Sie zeigen, wie Geld ein- und ausgeht, ändern aber für sich genommen nicht die steuerliche Behandlung eines Gewinns. Auch Produktangebot und Spielerschutz-Tools können bei der Auswahl eine Rolle spielen.
| Anbieter | Betreiber | Auszahlungsgeschwindigkeit | Mindesteinzahlung | Zahlungsmethoden | Merkmale |
|---|---|---|---|---|---|
| Sporttip | Swisslos Interkantonale Landeslotterie | 5–10 Arbeitstage | 10 CHF | TWINT, PostFinance, Kreditkarte | Livewetten, Live-Statistiken, iOS-App, Android-App |
| Jouez Sport | Société de la Loterie de la Suisse Romande (Loterie Romande) | bis zu 3 Werktage (Antrag Mo–Do), bis zu 6 Werktage (Antrag Fr–So) | — | TWINT, Visa | Cash-out, iOS-App |
| Slotoro | Wiraon B.V. (Willemstad, Curaçao) | — | — | Visa, Mastercard, Maestro, Skrill, Neteller … | E-Sport, Casino, Live-Casino |
| Casinova | — | — | 10 CHF | Karte, Paysafecard, USDT | Casino, Live-Casino |
| Bettilt | Lowell & Pruitt N.V. | bis zu 2 Bankarbeitstage | — | — | Livewetten, Casino, Live-Casino, Poker |
| GreatWin | — | — | 10 CHF | — | — |
| Crownplay | — | bis zu 3 Werktage | 20 CHF | Bitcoin, Ethereum | Virtuelle Sportarten, Casino, Live-Casino |
| Sportaza | Rocketship Ventures S.R.L. | do 3 dni roboczych / entro 3 giorni lavorativi | 10 CHF | Mastercard, Paysafecard, Skrill, Neteller | Livewetten, Virtuelle Sportarten, Pferdewetten, Casino |
| Millioner | — | — | 10 CHF | Visa, Mastercard, Paysafecard | Casino, Live-Casino |
| 20Bet | TechSolutions Group N.V. | — | — | Skrill, Neteller, Bitcoin | Livewetten, Pferdewetten, Casino, Live-Casino |
Sporttip
Sporttip wird von Swisslos Interkantonale Landeslotterie betrieben und bietet Livewetten sowie Live-Statistiken. Das Angebot stammt von einem durch die Interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa) lizenzierten Betreiber. Für steuerliche Fragen zu einem konkreten Gewinn solltest du die Einordnung des jeweiligen Gewinns separat betrachten; die Produktmerkmale allein entscheiden sie nicht. Einzahlungen sind ab 10 CHF möglich, unter anderem per TWINT, PostFinance oder Kreditkarte. Auszahlungen dauern 5–10 Arbeitstage. Sporttip ist über iOS- und Android-App nutzbar. Für verantwortungsvolles Spielen gibt es separate Verlustlimiten für einen Tag, 7 Tage und 30 Tage sowie eine freiwillige Spielsperre von 1–180 Tagen oder eine unbefristete Sperre.
Jouez Sport
Jouez Sport verbindet Live-Sportwetten mit einer Cash-out-Funktion und einer iOS-App. Der Betreiber, Société de la Loterie de la Suisse Romande (Loterie Romande), ist durch die Interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa) lizenziert. Für die steuerliche Betrachtung eines Gewinns sind diese Produktfunktionen nicht ausschlaggebend. Einzahlungen sind per TWINT oder Visa möglich. Bei einem Auszahlungsantrag von Montag bis Donnerstag dauert die Auszahlung bis zu 3 Werktage, bei einem Antrag von Freitag bis Sonntag bis zu 6 Werktage.
Slotoro
Slotoro kombiniert E-Sport mit Casino und Live-Casino. Betrieben wird die Plattform von Wiraon B.V. in Willemstad, Curaçao. Bei den Zahlungsmethoden stehen Visa, Mastercard und Maestro sowie Skrill und Neteller zur Auswahl. Für das persönliche Spielmanagement kannst du im Profil Einzahlungslimits einrichten, Abkühlphasen nutzen oder einen Selbstausschluss festlegen. Damit deckt das Angebot neben Sportwetten auch Casino-Spiele und Live-Casino ab; die genannten Funktionen und Zahlungsmittel bilden die zentralen praktischen Merkmale des Betreibers.
Casinova
Casinova richtet sein Produktangebot auf Casino und Live-Casino aus. Die Mindesteinzahlung beträgt 10 CHF. Als Zahlungsmethoden werden Karte, Paysafecard und USDT angeboten. Das Live-Casino ergänzt das Casino-Angebot um Spiele in Live-Ausführung. So kannst du bei der Auswahl neben der Einzahlungshöhe auch berücksichtigen, ob du Casino-Produkte oder Live-Casino nutzen möchtest.
Bettilt
Bettilt bietet Livewetten sowie Casino, Live-Casino und Poker. Der Betreiber ist Lowell & Pruitt N.V. Auszahlungen dauern bis zu 2 Bankarbeitstage. Das Angebot verbindet damit Live-Sportwetten mit Casino-Spielen, Live-Casino und Poker.
GreatWin
GreatWin hat eine Mindesteinzahlung von 10 CHF. Dieser Betrag ist der zentrale Anhaltspunkt für die finanzielle Seite des Angebots und kann dir helfen, die Einstiegshöhe einzuordnen.
Crownplay
Crownplay bietet virtuelle Sportarten sowie Casino und Live-Casino. Eine Auszahlung dauert bis zu 3 Werktage. Für die Einzahlung gilt ein Mindestbetrag von 20 CHF; als Zahlungsmethoden sind Bitcoin und Ethereum genannt. Das Angebot verbindet virtuelle Sportarten mit den beiden Casino-Bereichen und führt Kryptowährungen als Zahlungsoptionen auf. Auszahlungsdauer und Mindesteinzahlung geben zusätzliche Anhaltspunkte für die praktische Nutzung.
Sportaza
Sportaza verbindet Livewetten mit virtuellen Sportarten und Pferdewetten; ausserdem gehören Casino-Spiele zum Angebot. Betreiber ist Rocketship Ventures S.R.L. Die Mindesteinzahlung beträgt 10 CHF. Bezahlt werden kann mit Mastercard, Paysafecard, Skrill oder Neteller. Für Auszahlungen ist eine Dauer von bis zu 3 Werktagen angegeben. So umfasst das Profil Sportwetten, mehrere Zahlungsmethoden und Casino als weitere Produktkategorie.
Millioner
Millioner bietet Casino und Live-Casino. Die Mindesteinzahlung beträgt 10 CHF. Als Zahlungsmethoden stehen Visa, Mastercard und Paysafecard zur Verfügung. Das Angebot umfasst damit zwei Casino-Bereiche und mehrere Karten- beziehungsweise Prepaid-Zahlungsmöglichkeiten.
20Bet
20Bet kombiniert Livewetten und Pferdewetten mit Casino und Live-Casino. Als Betreiber ist TechSolutions Group N.V. angegeben. Für Zahlungen werden Skrill, Neteller und Bitcoin aufgeführt. Das Produktangebot umfasst damit neben Livewetten auch Pferdewetten sowie zwei Casino-Bereiche. Die genannten Zahlungswege und Spielkategorien geben einen Überblick über die wesentlichen praktischen Merkmale von 20Bet.
Steuer und Angebot getrennt betrachten
Für deine steuerliche Einschätzung zählt die konkrete Herkunft und Art des Gewinns, nicht allein die Einzahlungshöhe, Zahlungsmethode oder Produktvielfalt. Prüfe diese Frage daher getrennt von den praktischen Angebotsmerkmalen wie Auszahlung und Spielerschutz. So kannst du die steuerliche Einordnung eines Gewinns und die passende Nutzung des Angebots als zwei eigenständige Entscheidungen behandeln.
Wettsteuer: Was einbehalten wird und wie du den Betrag zurückerhältst
Bei einem steuerpflichtigen Wettgewinn kann der Betrag, der dir ausgezahlt wird, niedriger sein als der ausgewiesene Gewinn. Der Grund ist die Verrechnungssteuer: Der Veranstalter zieht sie direkt ab und führt sie an die Steuerbehörden ab. In der Schweiz beträgt dieser Einbehalt 35 Prozent. Du erhältst also nicht den gesamten Betrag unmittelbar ausgezahlt, obwohl der Abzug nicht automatisch bedeutet, dass die Steuer endgültig bei dir bleibt.
Der Geldfluss besteht aus zwei getrennten Schritten. Zuerst behält der Veranstalter die Verrechnungssteuer ein und überweist sie an die Behörden. Danach deklarierst du den Gewinn in deiner nächsten Steuererklärung. Wenn du ihn ordnungsgemäss angibst, wird der einbehaltene Betrag vollständig zurückerstattet oder an deine Steuer angerechnet. Die Deklaration ist damit der notwendige Schritt, damit der Abzug berücksichtigt werden kann.
Einbehalt und endgültige Belastung
Der Abzug bei der Auszahlung ist nicht dasselbe wie die spätere Behandlung des Gewinns in deiner Steuererklärung. Die Verrechnungssteuer wird zunächst vom Veranstalter abgeführt; die Rückerstattung oder Anrechnung erfolgt erst, nachdem du den Gewinn deklariert hast. Wer nur den niedrigeren Auszahlungsbetrag betrachtet, kann deshalb den Eindruck bekommen, die 35 Prozent seien endgültig verloren. Das ist bei korrekt deklarierter Gewinnangabe nicht der Fall.
Für deine Unterlagen ist es sinnvoll, die Angaben zum Gewinn und zur einbehaltenen Verrechnungssteuer aufzubewahren. So kannst du die beiden Beträge in deiner Steuererklärung nachvollziehbar zuordnen: den Gewinn, den du angeben musst, und den Abzug, dessen Rückerstattung oder Anrechnung du geltend machst. Verlasse dich dabei nicht allein auf den Betrag, der tatsächlich auf deinem Konto eingegangen ist. Dieser kann den bereits abgezogenen Steueranteil nicht mehr enthalten.
Was die Deklaration bewirkt
Die Rückerstattung entsteht nicht automatisch dadurch, dass der Veranstalter die Steuer abgeführt hat. Die Behörden können den Abzug deiner Steuererklärung zuordnen, wenn du den Gewinn dort angibst. Die Erklärung ist daher nicht bloss eine Meldung über den Wettgewinn, sondern auch der Schritt, über den die bereits bezahlte Verrechnungssteuer zurückfliesst oder angerechnet wird.
Das gilt auch, wenn du auf Fussballspiele gewettet hast: Die Sportart ändert den beschriebenen Ablauf des Einbehalts und der späteren Abrechnung nicht. Entscheidend ist, dass der Gewinn korrekt erfasst und der bereits abgezogene Betrag berücksichtigt wird. Wer den Gewinn verschweigt, kann die Rückerstattung nicht auf Grundlage einer ordnungsgemässen Deklaration erhalten.
Nach der Einreichung wird die Verrechnungssteuer entweder zurückerstattet oder mit der Steuer angerechnet. Das sind zwei Wege, den bereits abgeführten Betrag bei der Abrechnung zu berücksichtigen. In beiden Fällen setzt die Behandlung voraus, dass du den Gewinn in der Steuererklärung aufführst. Die Rückzahlung ist also keine separate Auszahlung, die du allein durch eine Nachfrage beim Veranstalter auslöst.
Lässt sich die Wettsteuer umgehen?
Den Einbehalt durch eine andere Auszahlung oder durch das Weglassen des Gewinns in der Steuererklärung zu umgehen, ist keine Möglichkeit, die den beschriebenen Ablauf ersetzt. Die Verrechnungssteuer wird vom Veranstalter direkt abgeführt; für die Rückerstattung zählt anschliessend die Deklaration. Wenn du den Gewinn nicht angibst, fehlt der erforderliche Schritt, um den einbehaltenen Betrag zurückzuerhalten oder anrechnen zu lassen.
Für die Steuererklärung solltest du deshalb nicht nur den Nettobetrag berücksichtigen, der bei dir angekommen ist. Bewahre die Abrechnungsangaben so auf, dass Gewinn und Steuerabzug getrennt erkennbar sind. Dann lässt sich nachvollziehen, welcher Betrag deklariert wurde und welche Verrechnungssteuer bereits an die Behörden überwiesen worden ist.
Gewinne bei ausländischen Buchmachern: kein Freibetrag
Ein Gewinn aus einer Wette bei einem ausländischen Buchmacher wird in der Schweiz als ordentliches Einkommen behandelt. Für solche Gewinne gilt kein Freibetrag: Sie sind vollständig einkommenssteuerpflichtig. Die Herkunft des Geldes ändert daran nichts, auch wenn der Anbieter seinen Sitz ausserhalb der Schweiz hat oder die Auszahlung nicht über einen Schweizer Veranstalter erfolgt.
Für dich bedeutet das: Ein Gewinn aus einer ausländischen Quelle darf nicht allein deshalb als steuerfrei behandelt werden, weil der Anbieter keine Verrechnungssteuer abgezogen hat. Die fehlende Abbuchung ist kein steuerlicher Freipass. Du musst den Gewinn in deiner Steuererklärung angeben, auch wenn beim Geldeingang kein Steuerbetrag einbehalten wurde. Die Steuerpflicht entsteht durch den Gewinn und dessen Einordnung als Einkommen; sie hängt nicht davon ab, ob ein Anbieter die Steuer bereits an eine Behörde überwiesen hat.
Der Begriff „ohne Steuer“ kann hier daher leicht in die Irre führen. Eine Auszahlung, bei der zunächst kein Steuerabzug sichtbar ist, ist nicht dasselbe wie ein steuerfreier Gewinn. Bei ausländischen Buchmachern wird die Verrechnungssteuer nicht automatisch durch den Anbieter abgeführt. Trotzdem bleibt der Gewinn in der Schweiz vollständig steuerpflichtig. Für die Beurteilung zählt nicht, ob du den Betrag direkt und ungekürzt erhalten hast, sondern dass ein steuerbarer Gewinn aus einer ausländischen Quelle vorliegt.
Auch die Bezeichnung des Anbieters oder die technische Abwicklung der Wette ändert die steuerliche Einordnung nicht. Wird ein Gewinn bei einem ausländischen Buchmacher erzielt, wird er grundsätzlich wie normales Einkommen behandelt. Ein ausländischer Standort schafft also keinen zusätzlichen Freibetrag. Ebenso wenig wird ein Gewinn allein dadurch anders behandelt, dass die Auszahlung auf ein bestimmtes Konto erfolgt oder der Anbieter seine Abrechnung selbst gestaltet.
Die steuerliche Behandlung ist zudem von der Zulässigkeit des Angebots zu trennen. Ausländische Wettanbieter dürfen ihre Dienste in der Schweiz nicht anbieten. Wer trotzdem bei einem nicht bewilligten Anbieter wettet, kann den Einsatz verlieren. Diese rechtliche Einordnung beseitigt die Steuerpflicht auf einen erzielten Gewinn jedoch nicht: Auch Gewinne aus Geldspielen bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung unterliegen vollständig der Einkommenssteuer. Aus einer unerlaubten Wettmöglichkeit wird also keine steuerfreie Einnahme.
Praktisch solltest du deshalb auch bei solchen Gewinnen nachvollziehbar festhalten, woher sie stammen und welcher Betrag dir zugeflossen ist. Eine fehlende Steuerbescheinigung oder ein fehlender Abzug beim Anbieter ist kein Grund, den Gewinn auszulassen. Für deine steuerliche Erfassung ist entscheidend, dass es sich um einen Gewinn aus einer ausländischen Quelle handelt; die Herkunft muss nicht erst durch einen Steuerabzug bestätigt werden.
Wenn du prüfst, ob ein Gewinn ausländisch ist, richte den Blick auf den Anbieter, bei dem die Wette abgeschlossen wurde, und nicht nur auf den Ort, an dem du dich beim Tippen befunden hast. Ein Zugriff über eine Website oder App macht den Anbieter nicht zu einem Schweizer Veranstalter. Ebenso wenig ändert eine Zahlung in Franken den Ursprung des Gewinns. Die steuerliche Behandlung knüpft an die ausländische Quelle an und bleibt deshalb auch dann bestehen, wenn einzelne Schritte der Zahlung in der Schweiz stattfinden.
Bei ausländischen Buchmachern gilt somit keine steuerfreie Zone und kein eigener Freibetrag. Der vollständige Gewinn gehört zum steuerlich relevanten Einkommen, selbst wenn der Anbieter keine Verrechnungssteuer einbehält.
Welche Abzüge bei steuerpflichtigen Wettgewinnen möglich sind
Gewinne aus Geldspielen unterliegen in der Schweiz grundsätzlich der Einkommenssteuer. In den meisten Kantonen werden Wett- und Glücksspielgewinne steuerlich wie gewöhnliches Einkommen behandelt. Für die Berechnung ist deshalb neben dem Gewinn auch relevant, welche Einsatzkosten bei einem Grossspiel abgezogen werden können. Der Abzug mindert den steuerpflichtigen Betrag; er ändert nicht die grundsätzliche Einordnung des Gewinns als Einkommen.
Abzug bei Grossspielen
-
1
Gewinn ermitteln
Zuerst wird der erzielte Gewinn betrachtet, als Basis für die Berechnung des Abzugs.
-
2
Grenzen prüfen
Es wird geprüft, ob der Abzug der Einsatzkosten innerhalb von fünf Prozent des Gewinns liegt und die Jahresobergrenze von 5’000 Franken nicht überschreitet.
-
3
Steuerbasis berechnen
Der zulässige Abzug wird vom Gewinn subtrahiert, woraus die Grundlage für die steuerliche Behandlung als Einkommen resultiert.
Bei Grossspielen lassen sich Einsatzkosten im Umfang von bis zu fünf Prozent des Gewinns abziehen. Zusätzlich gilt ein Höchstbetrag von 5’000 Franken pro Jahr. Beide Begrenzungen sind zu beachten: Der mögliche Abzug richtet sich nach dem Prozentsatz des Gewinns und darf zugleich den jährlichen Höchstbetrag nicht überschreiten. Du kannst daher nicht beliebig hohe Einsätze vom Gewinn abziehen, nur weil sie tatsächlich angefallen sind.
Für die Ermittlung lässt sich der Ablauf in zwei Schritte gliedern. Zuerst wird der Gewinn betrachtet, aus dem sich der mögliche Abzug berechnet. Danach werden die zulässigen Einsatzkosten berücksichtigt, wobei sowohl die prozentuale Begrenzung als auch die Jahresobergrenze gelten. Der verbleibende Betrag ist die Grundlage für die steuerliche Behandlung als Einkommen. Die Grenze bezieht sich auf den Abzug, nicht auf eine pauschale Befreiung des Gewinns.
Wichtig ist auch, welche Art von Kosten gemeint ist: Abziehbar sind bei Grossspielen die Einsatzkosten. Daraus folgt nicht, dass jede Ausgabe rund um das Wetten den steuerpflichtigen Betrag mindert. Für weitere Kostenarten lässt sich aus dieser Regel kein zusätzlicher Abzug ableiten. Bei der Frage nach der Steuer auf Wettgewinne solltest du den möglichen Abzug deshalb nicht mit einer allgemeinen Verrechnung sämtlicher Ausgaben gleichsetzen.
Verluste aus Geldspielen können nicht von anderen Einkünften abgezogen werden. Ein Verlust senkt also nicht einfach das übrige Einkommen, das du versteuerst. Selbst wenn du Geld bei einer Wette verloren hast, lässt sich dieser Betrag nicht als allgemeiner Abzug gegen Einkünfte aus anderen Quellen einsetzen. Die steuerliche Behandlung eines Gewinns und die Behandlung eines Verlusts folgen damit unterschiedlichen Regeln: Für Grossspiele können begrenzte Einsatzkosten den steuerpflichtigen Gewinn mindern; Verluste aus Geldspielen sind kein Abzug von anderem Einkommen.
Diese Begrenzung ist für die Berechnung entscheidend. Der Umstand, dass ein Einsatz verloren ging, macht ihn nicht zu einer Einsatzkostenposition, die beliebig mit Gewinnen oder anderem Einkommen verrechnet werden kann. Massgeblich bleibt der geregelte Abzug der Einsatzkosten bei Grossspielen innerhalb der genannten Grenzen. Die Einkommenssteuer wird auf Grundlage des Betrags ermittelt, der nach einem zulässigen Abzug verbleibt.
Wenn du steuerpflichtige Wettgewinne berechnest, solltest du daher Gewinn, anrechenbare Einsatzkosten und Verluste getrennt erfassen. So bleibt nachvollziehbar, welcher Betrag als Einkommen zählt und welcher Abzug innerhalb der Vorgaben berücksichtigt werden kann. Die blosse Summe aus gewonnenen und verlorenen Wetten bildet nicht automatisch den steuerpflichtigen Betrag: Verluste dürfen nicht mit anderem Einkommen verrechnet werden, während der Abzug bei Grossspielen auf die Einsatzkosten und die festgelegten Höchstgrenzen beschränkt ist.
Wann lokale Sportwetten steuerfrei bleiben
Steuerfrei bleiben Gewinne, wenn sie aus einem Kleinspiel stammen. Dazu zählen lokale Sportwetten sowie kleine Tombolas und Pokerturniere mit begrenzter Reichweite. Entscheidend ist also die Einordnung des Spiels als Kleinspiel; die Höhe des erzielten Gewinns ändert diese Steuerbefreiung nicht.
Für lokale Sportwetten gelten Einsatzgrenzen. Der Betrag, den du auf eine einzelne Wette setzt, darf 200 Franken nicht überschreiten. Zusätzlich ist die Summe sämtlicher Einsätze bei lokalen Sportwetten auf 20’000 Franken begrenzt. Beide Bedingungen beziehen sich auf die Einsätze: Die erste prüft jede einzelne Wette, die zweite die Gesamtheit der Einsätze in dieser Kategorie.
Einzelner Einsatz
Der Betrag für eine einzelne lokale Sportwette darf 200 Franken nicht überschreiten.
Gesamtsumme
Die Summe sämtlicher Einsätze bei lokalen Sportwetten ist auf 20’000 Franken begrenzt.
Spielart
Die Wette muss als Kleinspiel mit begrenzter Reichweite eingestuft sein.
Damit lässt sich die steuerliche Ausnahme nicht allein daran erkennen, dass ein Einsatz klein oder ein Gewinn gering war. Massgeblich ist, ob die Wette tatsächlich zu einem Kleinspiel gehört und die dafür geltenden Grenzen eingehalten werden. Ein einzelner Einsatz innerhalb der Obergrenze reicht für sich genommen nicht aus, wenn die Gesamtsumme der Einsätze die vorgesehene Grenze überschreitet.
Die Befreiung betrifft die Gewinne aus Kleinspielen vollständig. Sie ist keine allgemeine Regel für jede Möglichkeit, steuerfrei zu wetten. Lokale Sportwetten bilden dabei eine eigene Kategorie; die genannten Einsatzgrenzen beschreiben ihre Bedingungen. Bei Tombolas und Pokerturnieren hängt die Einordnung ebenfalls davon ab, dass es sich um Kleinspiele mit begrenzter Reichweite handelt.
Wenn du eine lokale Sportwette einordnest, sind somit zwei Punkte zu prüfen: der Einsatz pro einzelner Wette und die Summe aller Einsätze in dieser Kategorie. Erst wenn die Bedingungen für ein Kleinspiel erfüllt sind, greift die vollständige Steuerbefreiung für den daraus erzielten Gewinn.
So deklarierst du steuerpflichtige Sportwettengewinne
Steuerpflichtige Wettgewinne gehören in deine kantonale Steuererklärung. Gewinne über CHF 1000 werden dort als Einkommen aus Kapitalerträgen oder als einmalige Einnahmen eingetragen. Welche Rubrik dafür vorgesehen ist, richtet sich nach dem Formular deines Kantons. Entscheidend ist, dass der Gewinn in der Erklärung vollständig erfasst wird und nicht lediglich im Spielerkonto des Anbieters erscheint.
Der Wettanbieter übernimmt diese Deklaration nicht für dich. Bei Sportwetten gibt es keine automatische Quellenbesteuerung, die deine persönliche Erklärung ersetzt. Du musst den steuerpflichtigen Gewinn daher selbst angeben und dafür sorgen, dass die Angaben nachvollziehbar sind. Einbehaltene Beträge oder Abrechnungen des Anbieters können den tatsächlichen Geldfluss zeigen; sie sind für sich allein keine Deklaration gegenüber der Steuerbehörde.
Bewahre Unterlagen auf, aus denen sich die einzelnen Wettvorgänge und die daraus entstandenen Auszahlungen nachvollziehen lassen. Dazu können Abrechnungen, Transaktionsübersichten und Kontoauszüge gehören. Ordne die Angaben so, dass du den erklärten Betrag bei Bedarf mit den verfügbaren Belegen abgleichen kannst. Eine übersichtliche Dokumentation erleichtert auch das Ausfüllen der Steuererklärung, wenn mehrere steuerpflichtige Gewinne angefallen sind.
Prüfe vor dem Einreichen, ob die Summe in der passenden Einkommensrubrik erfasst ist und ob die Angaben mit deinen Unterlagen übereinstimmen. Die Verantwortung für eine korrekte Deklaration und Dokumentation liegt bei dir. Eine Angabe in der kantonalen Steuererklärung macht den Gewinn für die Steuerbehörde sichtbar; die blosse Auszahlung durch den Anbieter erfüllt diesen Schritt nicht.
Sportwetten als Beruf: Was sich steuerlich daraus ableiten lässt
Wer regelmässig wettet oder sich als Berufsspieler bezeichnet, erhält dadurch nicht automatisch eine eigene steuerliche Kategorie. Für die Besteuerung zählt zunächst, ob steuerpflichtige Gewinne aus Geldspielen vorliegen. Die Bezeichnung „Berufsspieler“ allein begründet keine abweichende Behandlung; aus den Regeln zu Wettgewinnen lässt sich auch keine Gewerbe-Einstufung ableiten.
Bei steuerpflichtigen Gewinnen können neben den Gewinnen auch Verluste, Betriebskosten und andere Aufwendungen berücksichtigt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Verluste aus Wetten mit beliebigen anderen Einkünften verrechnet werden dürfen: Verluste aus Geldspielen können nicht von anderen Einkünften abgezogen werden. Die Behandlung von Aufwendungen betrifft somit die Ermittlung des steuerbaren Betrags, nicht automatisch den beruflichen Status der wettenden Person.
Für deine Einschätzung solltest du deshalb zwei Fragen auseinanderhalten: Wie werden die erzielten Geldspielgewinne steuerlich behandelt, und welche Aufwendungen sind dabei abzugsfähig? Die Antwort auf die erste Frage folgt den geltenden Regeln für steuerpflichtige Gewinne. Die Möglichkeit, bestimmte Kosten oder Verluste zu berücksichtigen, beantwortet für sich genommen nicht, ob eine Tätigkeit steuerlich als Gewerbe gilt.
Eine pauschale Sonderregel für Personen, die Sportwetten berufsmässig betreiben, lässt sich daraus nicht ableiten. Wer eine verbindliche Einordnung der eigenen Tätigkeit benötigt, sollte die konkrete Situation mit der zuständigen kantonalen Steuerbehörde klären. Entscheidend ist, die tatsächlichen Gewinne und geltend gemachten Aufwendungen nachvollziehbar auseinanderzuhalten; die Selbstbezeichnung als Berufsspieler ersetzt diese steuerliche Prüfung nicht.
Ab wann sind Sportwetten-Gewinne in der Schweiz steuerpflichtig?
Bei einem einzelnen Gewinn eines in der Schweiz bewilligten Anbieters wird der Nettogewinn steuerpflichtig, wenn er CHF 1000 übersteigt. Dafür ziehst du den zugehörigen Einsatz von der Auszahlung ab; mehrere kleinere Gewinne werden nicht zusammengerechnet.
Müssen Wettgewinne in der Steuererklärung angegeben werden?
Ja, steuerpflichtige Gewinne musst du in der Steuererklärung angeben. So kann die einbehaltene Verrechnungssteuer zurückerstattet oder an deine Steuer angerechnet werden.
Muss ich Wettgewinne von ausländischen Anbietern versteuern?
Ja, Gewinne von ausländischen Anbietern werden als ordentliches Einkommen behandelt und müssen vollständig versteuert werden. Für sie gilt kein Freibetrag.
Muss ich meine Wettgewinne versteuern?
Bei einem einzelnen Gewinn eines in der Schweiz bewilligten Anbieters musst du den Nettogewinn versteuern, wenn er CHF 1000 übersteigt. Gewinne ausländischer Anbieter sind vollständig steuerpflichtig.
Wie bekomme ich die einbehaltene Verrechnungssteuer zurück?
Gib den Gewinn in deiner nächsten Steuererklärung an. Dann wird die einbehaltene Verrechnungssteuer zurückerstattet oder an deine Steuer angerechnet.
Anbieter & Recht bei Onlinewetten in der Schweiz
Inhalt erstellt vom Team «onlinewetteninfoch.com»




